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29. August 2017

Pflegestufen bei der Spitex? – Pflegekosten bei Senioren

Ein Heimaufenthalt oder die Pflege zu Hause durch eine Spitex-Organisation sind nicht billig. Zum Glück muss nicht alles selbst finanziert werden: Der Kanton und die Krankenkasse beteiligen sich an den Kosten. Doch wer zahlt wieviel? Im Folgenden werfen wir einen Blick auf Kostenbeteiligung der Krankenkasse und erklären, was die Pflegestufen damit zu tun haben. Zudem zeigen wir auf, wie lange sich die Pflege zu Hause für Betroffene rentiert und ab wann der Schritt ins Heim finanziell lukrativer ist.
Nimmt eine Person im Alter Pflegedienstleistungen in Anspruch, wird ein Teil davon von der Grundversicherung finanziert. Dieser Anteil unterscheidet sich je nach Pflegeform. Zwar finanzieren die Krankenkassen im Heim als auch bei der Pflege durch eine Spitex dieselben Dienstleistungen, allerdings nach anderen Abgeltungsformen. Im Heim richtet sich die Kostenbeteiligung nach den 12 Pflegestufen, bei der Spitex nach der effektiven Pflegezeit.

Kostenbeteiligung im Heim: Pauschalbeträge pro Tag anhand von 12 Pflegestufen

Bei einem Eintritt ins Heim teilt eine Fachperson die betroffene Person in eine von zwölf Pflegestufen ein. Die Stufen unterscheiden sich in der Länge des Pflegebedarfs pro Tag.
Braucht ein Senior pro Tag zum Beispiel maximal 20 Minuten Pflege, wird er in die Stufe 1eingeteilt; bei 21-40 Minuten in die Stufe 2. In der Stufe 12 ist der Pflegebedarf pro Tag höher als 220 Minuten.

Bei dieser Einteilung und den damit verbundenen Kosten spielt der geistige und körperliche Zustand des Seniors eine entscheidende Rolle, nicht aber die Dienstleistung an und für sich.
Die Versicherungen übernehmen gemäss (Art. 7a Abs. 3 KLV) die folgenden Beträge pro Tag und Pflegestufe (Beiträge in CHF und Pflegebedarf in Minuten pro Pflegestufe:

12 Pflegestufen | Beiträge

Die Einteilung in eine Pflegestufe wird nach sechs Monaten noch einmal überprüft. Danach erfolgt die Prüfung jährlich.

Kostenbeteiligung bei Pflege durch Spitex: Effektive Pflegezeit zum vereinbarten Tarif

Bei der Spitex legt eine diplomierte Pflegefachperson den voraussichtlichen Pflegebedarf mit dem effektiven Zeitaufwand fest.
Hier spielt der körperliche und geistige Zustand des Seniors keine Rolle, sondern nur die Dienstleistung an und für sich.

Folgende Dienstleistungen unterscheidet die Spitex gemäss Art. 7a KLV Abs.:

  • Grundpflege (GP): Hilfe bei der Körperpflege
  • Behandlungspflege und Untersuchung (UB): Verbandwechsel, Kontrolle der Vitalfunktionen, Verabreichen von Medikamenten
  • Abklärung und Beratung (AKB): Ermittlung des Pflegebedarfs

Die Krankenkassen übernehmen dabei folgende Beiträge:

Kostenbeteiligung Spitex | Beiträge Kankenkasse

Diese Einteilung wird je nach Bedarf alle drei oder sechs Monate von einer Pflegefachperson überprüft.

Ausblick: Welche Pflegeform ist günstiger?

Aus der Sicht Krankenkasse und fast immer auch aus der des Kanton sind die Pflegekosten beim Heimaufenthalt günstiger als bei der Pflege durch die Spitex – und das unabhängig vom Pflegebedarf und der Pflegestufe. Aus der Optik des Betroffenen spielt der Pflegebedarf eine entscheidende Rolle: Bis Pflegestufe 5 ist die Betreuung durch die Spitex tendenziell günstiger als ein Heimaufenthalt.

Zusätzlich zu den ökonomischen, hat die Pflege Zuhause auch weitere Vorteile. Der Patient kann seinen gewohnten Alltag weiterhin selbst bestimmen und erfährt Sicherheit und Geborgenheit in den eigenen vier Wänden. Eine private Spitex verfolgt zudem den Ansatz der beziehungszentrierten Pflege. So können sich pflegebedürftige Senioren auf eine persönliche und konstante Beziehung zu den jeweils gleichen Betreuungspersonen verlassen. Spitex-Einsätze entlasten auch pflegende Angehörige: Die Verwandten oder Bekannten bleiben in gewohnter Nähe; ein Besuch ist jederzeit möglich und kann noch viel mehr genossen werden.

Einen kurzen Überblick über die Zusammensetzung der Pflegekosten finden Sie auch hier.

Pflegekosten Region Bern

Pflegekosten  Region Basel

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