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15. Januar 2021

Wirksamkeit von Gesichtsmasken in der Spitex

Im medizinischen Bereich ist der Mund- und Nasenschutz seit langem eine von vielen Infektionsschutzmassnahmen und ist Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung des Gesundheitspersonals. Stoffmasken gelten dabei nicht als Medizinprodukt und ersetzen die dreilagigen Einweg-Vliesmasken keinesfalls. 

Die Wirksamkeit des Mund- und Nasenschutzes als Hygienemaßnahme wird kaum angezweifelt, obwohl  die Datenlage mit randomisierten Vergleichsuntersuchungen bis vor kurzem eher dürftig war. Seit Beginn der Coronakrise wird darüber intensiver geforscht.

Eine kürzlich durchgeführte sorgfältige Prüfung der Literatur, in der 17 der besten Studien analysiert wurden, ergab, dass „keine der Studien einen schlüssigen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Masken/Atemschutzmasken und dem Schutz vor Influenza-Infektionen feststellte.“ (bin-Reza F et al. The use of mask and respirators to prevent transmission of influenza: A systematic review of the scientific evidence. Resp Viruses 2012;6(4):257-67)

Die American Medical Association etwa schreibt im März 2020 im Fachblatt JAMA: «Gesichtsmasken sollten nicht von gesunden Personen getragen werden, um sich vor Atemwegsinfektionen zu schützen, da es keine Belege dafür gibt, dass Gesichtsmasken, die von gesunden Personen getragen werden, wirksam vor Krankheiten schützen können».

Die im 2008 veröffentlichte Studie des niederländischen Gesundheitsministeriums zeigt jedoch auf, dass jede Art von Mund-Nasen-Schutz, selbst bei ungenügendem Sitz oder improvisiertem Material, die Aerosolexposition reduziere.

Daraus lässt sich ableiten, dass das fachgerechte Tragen von Gesichtsmasken Fremde vor Ansteckung schützt und nicht sich selber. Denn beim Ausatmen, Sprechen, Niesen oder Husten gelangen mit einer Maske keine oder weniger Flüssigkeitspartikel an die Schleimhäute oder in die Atemwege anderer.

Einziger Selbstschutz für das Gesundheitspersonal ist die Maske bei Spritzern von Körpersekreten oder kontaminierten Flüssigkeiten sowie bei Eigenberührung von Mund und Nase mit kontaminierten Händen. Allerdings darf das professionelle An- und Ausziehen der Gesichtsmaske nie ohne gründliche Händedesinfektion geschehen.

Das längere Tragen von Masken kann laut diverser Fachpublikationen für die Gesundheit der Pflegenden eine Belastung darstellen, wenn:

  • sich auf den Masken Pilze und Bakterien ansiedeln, weil diese zu lange benutzt werden.
  • die Menschen, weil sie eine Gesichtsmaske tragen, zu wenig trinken.

Die Annahme, dass Atemmasken gesundheitsschädigend sind, weil die Luft, die wir durch die Maske einatmen, weniger Sauerstoff und einen erhöhten CO2-Gehalt (Kohlendioxid) enthält, ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt. Kohlendioxid- und Sauerstoffmoleküle sind zu klein, um von Atemmasken auf-, respektive zurückgehalten zu werden. 

Der Mund-, Nasenschutz muss im Spitexalltag eine sinnvolle Ergänzung zu allen anderen Hygienemassnahmen sein. Bei Qualis Vita gilt die Maskentragpflicht für alle Pflegenden. Zum Schutz der Gesundheit beider Parteien müssen während des Einsatzes Pflegende und Kunden eine Hygienemaske tragen. Dies gilt auch für anwesende Angehörige, wenn sie den Abstand von 1.5 Metern nicht einhalten können.

Viel trinken, Bewegung an der frischen Luft und so oft wie möglich Pausen einschalten sind sicher hilfreiche Mittel, um sich ans lange Maskentragen zu gewöhnen, Stress abzubauen und Kopfschmerzen vorzubeugen. 
 

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